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Schottland 2009 |
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Der Tag begann mit vielen dunklen Wolken. Und natürlich einem leckeren, schottischen Frühstück.
Eigentlich wollten wir an diesem Tag ins verlorene Tal wandern, aber bei dem Wetter war uns das doch ein wenig zu unsicher.
Wir bummelten noch eine Weile auf unserem Zimmer herum, rafften uns aber dann doch auf um zumindest eine kleine Wanderung
zu wagen. Am Ende des Glen Nevis sollte es einen malerischen Wasserfall geben, den wollten wir uns einmal ansehen. Wir
luden also unsere Wandersachen ins Auto und machten uns auf den Weg.
Das Glen Nevis war leicht zu finden. Das Visitor's Center am Anfang des Tals ließen wir erst einmal hinter uns. Unsere Wegbeschreibung
nannte mehrere, verschiedene Startpunkte für die Wanderung, Theoretisch wäre es möglich gewesen, das komplette Tal abseits
der Straße zu Fuß entlang zu wandern. Das erschien uns dann aber doch etwas zu weit für unseren ersten Tag. Die Entscheidung
war auch genau richtig, denn das Tal ist sehr, sehr lang gezogen. Aber auch durchaus hübsch.
Die Straße war zunächst noch zweispurig. Irgendwann wechselte sie aber über eine kleine Brücke auf die andere Seite
des Tals und ab dort war sie nur noch einspurig mit Passing Places. Die Gegend dort war ziemlich bewaldet, die Sicht
daher nicht besonders weit und die Straße ziemlich verwinkelt, aber wir sind heil bis zu dem kleinen Parkplatz am Ende
der Straße gelangt.
Und natürlich hatte es kurz zuvor ziemlich kräftig angefangen zu regnen.
Wir blieben erst einmal einen Moment im Auto sitzen. Aber so richtig abschrecken lassen wollten wir uns von dem bisschen
Wasser eigentlich nicht. Schließlich hatten wir auch extra unsere Regensachen dabei. Als der schlimmste Wolkenbruch vorbei
war, wagten wir uns aus dem Auto um unsere Wanderschuhe anzuziehen. Wir hatten Glück, als die Schuhe geschnürt und die
Rucksäcke geschultert waren, hatte der Regen nahezu ganz aufgehört.
Am Anfang des Wanderwegs standen einige große Schilder, die sehr ausdrücklich darauf hinwiesen, dass mit einigen steilen Abhängen zu rechnen sei und dass schlechtes Schuhwerk, unvorsichtiges Verhalten oder gar Verlassen des Pfades Lebensgefährlich sein könnte. Gute Schuhe hatten wir und Experimente hatten wir eigentlich keine geplant, also gingen wir weiter.
Der Weg begann recht breit und schlängelte sich gemütlich am Berg entlang. Mit der Zeit wurde er tatsächlich ein wenig schmaler
und der Abhang zu unserer Rechten wurde immer steiler. War aber eigentlich alles recht unproblematisch. Interessant wurden
die kleinen Einschnitte, in denen der eine oder andere kleine Wasserfall den Weg kreuzte. Hier musste man zum Teil ein
wenig hinauf und hinab klettern. Außerdem war der Weg an diesen Stellen gerne mal sehr felsig. Da haben sich unsere guten
Schuhe wirklich bezahlt gemacht.
Wirklich gefährlich war es eigentlich nicht, an einigen Stellen wurden wir sogar von Leuten in Turnschuhen überholt.
Das wäre mir dann aber doch zu rutschig gewesen.
Das Tal wurde zeitweise ziemlich eng, unter uns rauschte der Fluss durch eine tiefe Klamm. Langsam senkte sich der Weg
immer weiter ab und wir näherten uns immer mehr dem Fluss. Schließlich wurde das Tal wieder breiter, viel breiter und
wir liefen direkt auf den Wasserfall zu, der bereits vom dort sehr beeindruckend aussah.
Wir folgten weiter dem Weg, der schließlich um eine Ecke nach links abbog. Da wir aber zum Wasserfall wollten verließen wir den breiten Weg und wanderten über einen Trampelpfad und teilweise über die Wiese hinab zum Fluss. Das Tal war an dieser Stelle sehr breit und sehr flach und man konnte eigentlich frei über die Wiese laufen. Wirklich zu empfehlen war das aber nicht überall, denn der Boden war an einigen Stellen durch den Regen ziemlich matschig.
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Der kleine Fluss war an dieser Stelle ziemlich flach, das Ufer steinig, oder besser gesagt kieselig. Experimentierfreudige
Wanderer hatten die Möglichkeit den Fluss über eine kleine Brücke zu überqueren. Diese bestand aus drei Seilen. Eins
auf dem man balancieren durfte und zwei an denen man sich festhalten konnte. Die Brücke war eine kleine Attraktion, jedenfalls
scharten sich ein paar Leute um sie herum und fotografierten sich gegenseitig beim Überqueren des Flusses. Auch eine
lustige deutsche Truppe war dabei, von denen wir dann ein Gruppenfoto auf der Brücke machen sollten.
Ins Wasser gefallen ist zum Glück keiner.
Wir sind zwar auch ein wenig an den Seilen herumgeklettert, aber das Wasser haben wir nicht überquert. Wir wollten ja
auch nur bis zum Wasserfall.
Der sah übrigens aus der Nähe immer noch sehr malerisch aus. Dieses Tal ist definitiv eine Wanderung wert!
Der Rückweg zum Auto ging recht fix und es blieb zum Glück erstmal trocken. Als wir wieder auf der zweispurigen Straße unterwegs waren, kam sogar ein bisschen die Sonne heraus. Dabei trafen wir ein paar zottige Hochlandkühe, die an der Straße entlang spazierten und sich durch uns nicht stören ließen. Die Viecher sehen ja wirklich kuschelig aus, aber mit diesen Hörnern würde ich mich lieber nicht anlegen wollen. Einen kleinen Stopp legten wir noch im Glen Nevis Visitors Center ein. Das war aber mehr ein Informationspunkt für Wanderer und bot auch ein wenig Wanderausrüstung an. Souvenirs gab es eher wenige, aber trotzdem war das Center recht interessant und man konnte einiges über das Tal erfahren.
Wir fuhren zurück nach Fort William und stellten unser Auto auf dem großen Parkplatz am Ortseingang ab. Dort mussten wir
ein wenig aufpassen, denn der Parkplatz schien auch ein beliebter Treffpunkt für Angler zu sein, die ein paar der Plätze
direkt an der Ufermauer belegten und versuchten ein paar Fische aus dem Loch Linnhe zu ergattern. Wir spazierten gemütlich
durch die Fußgängerzone der Stadt und durchstöberten die verschiedenen Andenkenläden. Viel gefunden haben wir in diesem
Jahr aber nicht. Um so besser, unsere Pfunde sollten ja auch noch ein paar Tage halten.
Zum Mittagessen gingen wir wieder in unseren Stammpub, leider war diesmal das Restaurant im ersten Stock nicht geöffnet,
aber in der Bar im Erdgeschoss gab es auch ein paar gemütliche Tische und gutes Essen.
Gut gesättigt brachen wir am Nachmittag auf, um noch einen weiteren Blick ins Glencoe zu werfen. Dieses malerische Tal war scheinbar über Nacht zur Autowaschstraße umgebaut worden! Es regnete sprichwörtlich Katzen und Hunde und ich musste die Scheibenwischer auf die höchste Stufe einstellen. Mein Tempo habe ich lieber ein wenig gedrosselt. Bis zu dem großen Parkplatz bei den Drei Schwestern sind wir trotzdem noch gefahren. Selbst im strömenden Regen sahen die Berge immer noch beeindruckend aus. Die Bewölkung war recht hoch, daher konnte wir sie immer noch recht gut sehen. Unsere Entscheidung im Glen Nevis zu wandern und nicht im Glencoe schien aber richtig gewesen zu sein. Okay, wir wissen nicht, wie das Wetter am Vormittag war, aber die Wanderung im Glencoe wäre vermutlich länger gewesen und dort auf dem Rückweg (der ohnehin schon als etwas rutschig beschrieben wurde) vom Regen überrascht zu werden, wäre bestimmt nicht lustig gewesen. So genossen wir das Tal noch ein wenig vom Wagen aus, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
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Einen kleinen Zwischenstopp am Glencoe Visitor's Center haben wir natürlich noch eingelegt, bevor wir wieder in unser B&B eingekehrt sind. Dort haben wir es uns richtig gemütlich gemacht und ließen uns ein wenig vom Grand Prix im Fernsehen berieseln.
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