Matterhorn

Zermatt 2007

Matterhorn

Schon als kleines Kind bin ich immer mit meinen Eltern über die Osterferien nach Zermatt gefahren. Zu Anfang noch nicht jedes Jahr, wir waren auch in Grindelwald, Saas Fee oder Chamonix. Aber irgendwann hatten wir dann diese kleine gemütliche Wohnung gefunden. Mit idealer Lage, relativ zentral und doch ruhig. Und im Laufe der Zeit haben sich meine Eltern auch sehr gut mit unseren Vermietern angefreundet. Seitdem fahren wir jedes Jahr zu Ostern nach Zermatt. Gut, seitdem ich damals mein Studium begonnen habe, bin ich nicht immer mitgekommen, aber hin und wieder, wenn sich die Zeit ergibt, nutze ich dann doch noch mal die Chance in diese zweite Heimat zurück zu kehren.

Dieses Jahr ergab es sich, dass ich noch einigen Urlaub übrig hatte. Ich bin schon länger nicht mehr Ski gefahren, hatte aber mal wieder so richtig Lust darauf. Außerdem hatte mich der Urlaub in Oberstdorf im letzten Jahr wieder daran erinnert, wie schön es doch in den Alpen ist.

In diesem Urlaub habe ich zum ersten Mal eine Art Tagebuch geführt. Ich habe jeden Abend ein bis zweiten Seiten geschrieben, damit ich nach den zwei Wochen auch noch weiß, was wir wann gemacht haben. Außerdem habe ich gehofft, so ein wenig meiner eigenen Schreibfaulheit entgegenzuwirken. Es ist doch was anderes, ob man den kompletten Bericht zu Hause schreiben muss, oder ob man ihn nur noch abtippen und um ein paar Bilder ergänzen muss. ;)

Da ich selbst mich ziemlich gut in Zermatt auskenne, schmeiße ich vermutlich in meinen Texten mit sehr vielen Namen um mich, die dem Ortsunkundigen nicht allzuviel sagen. Ich bitte schon einmal um Verzeihung. Als kleine Hilfe möchte ich einen kurzen Überblick über die Region geben, vielleicht hilft es dem interessierten Leser ja ein wenig weiter.

Zermatt umfasst traditionell 3 Skigebiete. Durch einige neue Bahnen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, sind diese stark zusammen gewachsen. Gedanklich trenne ich aber immer noch zwischen Rothron, Gornergrad und dem Gletscher.

Die Rothorn Region liegt, vom Bahnhof aus gesehen, am weitesten links. Die Pisten in diesem Gebiet bieten eine gute Mischung zwischen einfachen und anspruchsvollen Abfahrten. Die wirklich schwierigen Pisten brauchen allerdings eine gute Schneelage, sind also um Ostern herum eher selten geöffnet. Ich glaube auch, die Region ist die am tiefsten gelegene und sie hat die meisten Südhänge. Dank der Schneekanonen ist das nicht mehr ganz so kritisch wie früher und die wichtigsten Pisten sind auch zu Ostern noch gut befahrbar.

Die mittlere der drei Regionen ist der Gornergrad. Berühmt geworden ist der Gronergrad duch seine Zahnradbahn, die sich den Berg hinauf schlängelt. Auch wenn mittlerweile eine etwas schnellere Gondelbahn zur Verfügung steht (die allerdings nicht bis zum Gipfel führt), lohnt es sich immer noch die gute alte Bahn zu benutzen. Die Aussicht ist wunderschön und die Atmosphäre ist einfach etwas besonderes. Das Skigebiet ist größtenteils eher für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Die Talabfahrt kann bei entsprechender Schneelage allerdings sehr anspruchsvoll werden. Gerade in der Woche nach Ostern war der Sulzschnee hier bereits sehr tief. Wer einmal etwas wirklich anspruchsvolles probieren möchte, sollte vom Gornergrad mit der Seilbahn weiterfahren nach Hohtälli, Triftji oder Stockhorn. Hier gibt es viele wunderschöne schwarze (sehr steil) und gelbe (ebenfalls sehr steil und nicht dazu nicht präpariert) Pisten.

Den besten Schnee findet man im dritten Skigebiet, auf dem Gletscher. Er befindet sich zwischen dem Gornergrad und dem Matterhorn. Zum einen ist es das höchste Gebiet. Wenn man bis zum kleinen Matterhorn hinauf fährt, ist man fast auf 4.000 m. Zum anderen liegt unter einem Teil der Pisten tatsächlich Gletscher, was den Schnee wunderbar kühl hält. Andererseits ist es nicht unbedingt zu empfehlen, die markierten Pisten zu verlassen, es gibt nämlich so einige Gletscherspalten. Die Pisten sind größtenteils eher flach und weitläufig. Schön für Anfänger und auch schön zum Carven. Näher am Matterhorn, von Schwarzsee aus, gibt es aber auch ein paar schöne gelbe Pisten. Darunter auch die wohl schwierigste offizielle Abfahrt von ganz Zermatt. Der Tiefbach ist steil, buckelig und so schmal, das stellen weise nur zwei Buckel nebeneinander passen. Man hat also nur wenig Auswahl, wo man seine Kurven machen möchte. Diese Piste hatte in diesem Jahr leider zu wenig Schnee.

Vom Gletscher aus kann man die Grenze nach Italien überqueren und dort quasi ein viertes Skigebiet nutzen. Seitdem es den Euro gibt und seitdem es eine Kombiskikarte für Zermatt und Cervinia ist es durchaus ratsam diese Möglichkeit zu nutzen. Das Skigebiet ist sehr weitläufig, die Pisten hauptsächlich eher einfach bis mittelschwer. Die Hauptabfahrt ist meist recht voll, aber die vielen kleinen Nebenabfahrten, die eigentlich viel schöner sind, sind meist nahezu menschenleer. Da die meisten Hänge hier Südhänge sind, ist der Schnee um Ostern herum morgens meist hart gefroren, ab Mittags wird er aber angenehm weich.

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