Pumpkin

Europapark 2009

Pumpkin

Vor vier Jahren waren wir zum ersten Mal gemeinsam im Europapark. Seitdem ist viel Zeit vergangen und wir wollten sehen, was sich in der Zwischenzeit im Park geändert hatte. Außerdem hatten wir mal wieder Lust mit ein paar schönen Achterbahnen zu fahren. Also nutzten wir den Frühbucherrabatt und reservierten bereits im Frühjahr zwei Übernachtungen für den Herbst. Jetzt hieß es nur noch Daumen drücken, dass das Wetter auch halbwegs brauchbar sein würde. In der Woche vor unserem geplanten Urlaub sah es nicht so doll aus, es regnete ziemlich beständig. :( Aber je näher der Termin rückte, desto besser wurden die Vorhersagen. Früh am Mittwoch morgen, machten wir uns auf den Weg. Es war trocken, aber eiskalt. Die Temperaturen schwankten zwischen null und drei Grad. Ein leichter Dunst lag über dem Land und die Morgensonne zauberte ein paar wunderbare Herbstlandschaften. Besonders beeindruckend war der Rhein bei Bonn, der regelrecht zu kochen schien, dicke Dunstschwaden lagen über dem Wasser. In den Bergen des Siebengebirges sorgten ein paar Windräder, von denen zunächst nur die Flügel aus den Wolken auftauchten für eine dezent mystische Stimmung. Eine wunderbare Kulisse für unsere Reise. :) Ab Frankfurt wurde es dann langsam etwas wärmer und die Landschaft „normaler“. Die Temperaturen für den Tag pendelten sich dann schließlich irgendwo zwischen acht und zehn Grad ein.

Zur Mittagszeit kamen wir in Rust an. Das Einchecken ging recht fix, aufs Zimmer konnten wir so früh allerdings noch nicht. Wollten wir ja auch gar nicht. Wir platzierten nur kurz unsere Taschen im Gepäckraum zogen uns noch ein paar warme Sachen über und machten uns anschließend auf den Weg in den Park. Auf den ersten Blick schien es relativ voll zu sein, sehr viele Menschen tummelten sich auf den vielen Spazierwegen und in den kleinen Dörfern des Parks. Die meisten Warteschlangen an den Attraktionen waren aber erfreulich kurz. In den meisten Fällen konnten bereits nach weniger als zehn Minuten in die Bahnen einsteigen, sehr angenehm! :) Natürlich musste man an den größeren Achterbahnen auch schon mal mit längeren Wartezeiten rechnen, aber auch dort waren die Zeiten mit dreißig oder vierzig Minuten noch erträglich. Am zweiten Tag wurde es noch ein wenig voller, was sich wieder vor allem bei den großen Achterbahnen bemerkbar machte.

Wir haben so ziemlich alles mitgenommen, was uns über den Weg lief. Wir sind nicht so auf die großen Attraktionen fixiert, obwohl die natürlich viel Spaß machen. Aber zur Entspannung und um für die nötige Abwechslung zu sorgen haben wir auch immer wieder die kleinen und langsameren Bahnen aufgesucht und haben uns auch dort sehr gut amüsiert. Und gerade dort gingen die Wartezeiten gegen Null, Welche Bahnen wir an welchem Tag gefahren sind kann ich schon gar nicht mehr sagen, aber ich versuche mal einen kleinen Überblick zu geben.

Eine unserer Lieblingsbahnen ist definitiv Poseidon, eine Kombination aus Achterbahn und Bootstour, die ich so aus keinem anderen Park kenne. Sehr schön gestaltet in einer alten, griechischen Tempellandschaft macht die Bahn einfach Spaß. Die beiden Achterbahnteile sind rasant, die Bootsabschnitte schön entspannend, die Übergänge von Achterbahn zu Boot sind feuchtfröhlich. :D Auch wenn die Warteschlange hier am zweiten Tag deutlich länger war, haben wir einige Runden gedreht. Neu in Griechenland war Pegasus. Eine kleinere Achterbahn, die sehr angenehm zu fahren war. Die Bahn legte sich sehr sanft in die vielen engen und sehr steilen Kurven. Leider war nur ein Zug unterwegs, weswegen die Wartezeiten recht lang waren, daher sind wir auch nur einmal mit dem Pegsasus geflogen. Die Bahn lag etwas unglücklich hinter Poseidon versteckt und wurde teilweise um die Stützen der größeren Bahn herum gebaut. Es fühlte sich ein wenig an, als wäre die Bahn im Hinterhof gebaut, das hätte man schöner machen können. Dafür waren die Wagen hübsch gestaltet.


Europapark

Im Herbst verfällt der ganze Park dem Halloweenfieber. Das ging schon im Hotel los, wo die Rezeption mit Spinnweben verhangen war und setzte sich im Park fort. Die Wege waren mit hunderten von Kürbissen dekoriert, überall standen Skelette herum und hingen riesige Spinnenattrappen in den Büschen. Nach einer Weile ging einem die überall präsente Halloween Musik auf die Nerven, nach einer weiteren Weile hat man sie aber kaum noch bewusst wahrgenommen. ;) Die größte Änderung war schon von weitem sichtbar. Die große, silberne Kugel der Eurosat, normalerweise, ähm, groß und silbern, war zu einem riesigen Kürbis umdekoriert. Sah sehr schick aus, könnten sie eigentlich das ganze Jahr über so lassen. :P In der Kugel befindet sich eine recht große Achterbahn, die normalerweise in fast völliger Finsternis dahin rast. Bei unserem Besuch war die Bahn aber umfunktioniert zum Pumpkin Coaster. Das Innere war mit Halloweenkürbissen, Skeletten und Spinnen verziert, die im Schwarzlicht neonbunt leuchteten. Sehr schick. Die Bahn ist an sich sehr cool, aber leider auch extrem holprig. Da ist die Schweizer Bobbahn deutlich angenehmer. Die gleitet weitestgehend frei durch ihre weiße Halbröhre. Leider ist die Bobbahn aber relativ kurz. Trotzdem sehr zu empfehlen. :) Ebenfalls sehr cool, aber leider immer mit sehr langer Warteschlange ist der Matterhorn-Blitz, eine Wilde Maus, sehr hoch, ziemlich schnell und sehr schön gestaltet.

Überhaupt sind die verschiedenen Themengebiete im Europapark sehr schön gemacht. Man kann auch abseits der Bahnen einfach ein wenig spazieren gehen und das Ambiente genießen. Das kleine Schweizer Bergdorf, das skandinavische Fischerdorf und die ausgedehnten Parks sind wunderschön. Etwas abseits haben wir sogar zwei Seeungeheuer entdeckt, vermutlich schottische Saisonarbeiter. :D Wer nicht laufen möchte kann sich mit den drei Rundbahnen einen ganz guten Überblick verschaffen. Der EP-Express hat dabei die landschaftlich langweiligste Route bietet aber recht viele Haltestellen. Ebenfalls mehrere Haltestellen hat die Panoramabahn. Diese kleine Eisenbahn fährt eine landschaftlich sehr schöne Strecke, ist allerdings für Leute mit langen Beinen ein wenig einengend. ;) Die Monorail Bahn hat nur einen Bahnhof hat aber dafür sehr viel fürs Auge zu bieten. Zur Entspannung sind auch die drei Geisterbahnen geeignet mit denen man durch schön gestaltete Szenerien mit bewegten Puppen gondelt. Das Geisterschloss ist die klassische Variante, die Piraten in Batavia geben sich etwas maritimer, das Universum der Energie führt zurück ins Zeitalter der Dinosaurier. Auf der Silverstone Piste sind wir mit stinkenden kleinen Benzinautos im Kreis gefahren und bei der Dschungel-Floßfahrt über den großen See in der Mitte des Parks geschippert. Ein paar von den Flößen waren als Geisterschiffe unterwegs und wurden von Skeletten und Kürbissen bevölkert. Viel gruseliger fand ich aber die Enten, die sehr penetrant unser Floß verfolgten und wohl darauf hofften, etwas von unserem Mittagssnack klauen zu können. :D Auch sehr entspannend ist der Silvretta Nova Wellenflieger, ein einfaches Kettenkarussell. Nicht spektakulär, aber wir hatten unseren Spaß. :)


Nessi

Sehr früh am Morgen des zweiten Tages haben wir viele Runden mit dem Alpenexpress „Enzian“ gedreht. Es war noch sehr leer und wir konnten direkt sitzen bleiben. Die Achterbahn macht ihrem Namen alle Ehre und rast hauptächlich in einer langen Acht dahin, auf und ab gibt es kaum. Macht viel Spaß, war aber so früh am Morgen auch eiskalt an den Ohren. Eigentlich wollten wir am Vormittag auch den Silver Star ausprobieren, der war aber noch geschlossen. „Wir fahren erst ab vier Grad.“ :D Okay, war vielleicht auch besser so. Um uns schonmal an die Höhe zu gewöhnen sind wir dann mit dem Euro-Tower gefahren. Der Tower ist eine sehr gemütliche und sogar leicht beheizte Aussichtsgondel, die ungefähr so hoch ist, wie der Silver Star. Schöner Ausblick, aber verdammt ist das hoch! Nachmittags durften wir uns schließlich auch auf die riesige Achterbahn wagen. Mit wurde vorher von verschiedenen Leuten gesagt, der Silver Star sei „Besser als Sex“ und andere fügten hinzu „Und länger!“ :D Das würde ich zwar so nicht sagen, aber geil ist die Bahn auf jeden Fall! :) Und verdammt hoch!! Es dauert mehrere gefühlte Ewigkeiten bis man den ersten Hügel erklommen hat. Und dann stürzt man erstmal mehrere Ewigkeiten direkt auf die Straße zu! Waaaaaaaaaaaaaaaah!!! :D Und dann hat man Airtime ohne Ende, auf jedem weiteren Hügel hebt man richtig ab. Sehr, sehr geil. :) Und dabei gleitet die Bahn unheimlich sanft über die Schienen. Sollte man definitv mal gefahren sein. ;) Außerdem sind die Sitze sehr bequem. Rucksäcke kann man natürlich nicht mitnehmen, aber das ist ebenfalls sehr gut gelöst, es gibt Fächer in denen man seine Taschen ablegen kann. Diese sind den drei Zügen, die auf der Bahn kreisen, zugeordnet und werden nur geöffnet, wenn der passende Zug im Bahnhof steht. Sehr beruhigend.

Die zweite große Achterbahn, Blue Fire haben wir uns nur von außen angesehen. Die Wartezeiten waren sehr lang, der Katapultstart sah wirklich verlockend aus, aber der Looping und die drei Schrauben sind nicht jedermans Sache. ;) Machte aber einen sehr interessanten Eindruck. Dafür sind wir die Euro-Mir gefahren, eine Achterbahn, bei der jeweils vier Sitze auf einer Scheibe montiert sind, die sich lustig im Kreis dreht. Die erste Hälfte der Fahrt ähnelt dann auch eher einer Wilden Maus mit engen Kurden und Gekreisel. Die zweite Hälfte ist eine extrem wilde Achterbahn mit unglaublich engen und steilen Kurven. Und wenn man Pech(?) hat fährt man die Achterbahn rückwärts. :P Sehr lustig und gut geeignet den eigenen Gleichgewichtssinn ein wenig zu verwirren. ;) Leider ist der Übergang von der ersten Talfahrt in die erste Steigung etwas sehr hart, wenn man nicht aufpasst bekommt man dort einen ziemlichen Schlag in den Nacken. :( Ansonsten ist die Bahn aber richtig klasse. :)


Mir

Neben der eingangs erwähnten Poseidon Bahn gibt es noch ein paar weitere Wasserbahnen im Europapark. Die normalste davon ist die Tiroler Wildwasserbahn, sehr nett aber nicht spektakulär. Sehr schön gestaltet ist das Fjord-Rafting, durch wilde Schluchten, vorbei an Wasserfällen und durch aufgewühltes Wasser. Am Eingang der Bahn hängt ein Schild: „Sie werden nass.“ Punkt. Keine Diskussion. :P Dem kann man auch nicht entgehen, an irgendeinem Punkt schwappt immer eine Welle ins Boot hinein. :D Macht aber viel Spaß, selbst bei kaltem Wetter. Richtige Kleidung natürlich vorausgesetzt. Über Jeans und Winterjacke hatten wir entsprechend noch Regenhose und Regenjacke gezogen. Das war zum einen eine gute zusätzliche Isolationsschicht um uns warm zu halten, zum anderen bei den Wasserbahnen eine gute Idee um das kalte Wasser fern zu halten. Im Sommer sind die Bahnen ja sehr erfrischend, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sollte man aber doch ein wenig vorsichtig sein. ;) Die zweite Bahn bei der man definitv nass wird ist Atlantica SuperSplash. Der Name sagt es ja schon. ;) Das ist „unsere“ Bahn. Direkt am Hotel gelegen und abends meist nicht mehr besonders voll haben wir hier zum Abschluss immer noch zwei oder drei Runden gedreht. Die Sitze sind superbequem, die Aussicht ist schön, die kleine Delle rückwärts ist lustig, der kleine Hubbel am Ende sorgt für etwas Airtime und das Eintauchen ins Wasser ist immer wieder spektakulär. Da braucht man keine Dusche mehr. :D

Der Park bietet auch diverse Shows, in diesem Jahr haben wir es aber nur geschafft uns eine davon anzusehen: „Halloween On Ice“. Eine sehr schöne Eisshow, durchaus sehenswert. Schon der Pausenclown vor der Show war sehr unterhaltsam. :D Das einzig halloweenige an der Show war der Zombietanz zu Thriller, aber der Rest konnte auch ohne Halloweenfirlefanz überzeugen.


Atlantica

Kurz noch zum Hotel, wir waren diesmal im El Andaluz. Das Zimmer war sehr groß und sehr gemütlich, das Bad und vor allem die Dusche waren klasse und wir hatten sogar einen riesigen Flachbildfernseher. :) Was man allerdings wissen muss, die meisten Zimmer haben einen Steinfussboden, man sollte also dicke Socken oder Hausschuhe dabei haben. Hatten wir natürlich. Zum Abendessen haben wir das reichhaltige Buffet im Colosseo und im Castillo Alcazar geplündert. Dort gab es wirklich für jeden Geschmack etwas, seieen es die Salate, die Pommes für die Kleinen oder der Hirschbraten für die Großen. Nicht zu vergessen die große Auswahl verschiedener Nachtische. Sehr, sehr lecker. Auch das Frühstücksbuffet konnte sich sehen lassen. Es gab Müslis, getrocknete Früchte, viele Sorten Tee und Saft, Brötchen, Brote, Eier, Würstchen, Speck, Leberkäse, Käse, Wurst, Kuchen und was man sonst noch so zum Frühstück brauchen könnte.

Wir hatten super viel Glück mit dem Wetter, es war zwar eiskalt, aber mit entsprechender Kleidung war das nicht weiter störend. Dafür hatten wir an beiden Tagen strahlend blauen Himmel und viel Sonnenschein. Außerdem hatten wir fast keinen Wind. :) Erst auf dem Rückweg sind wir dann in die ersten Regenschauer geraten, aber da war es uns dann auch egal.:P Was bleibt zu sagen? Der Europapark ist auch im Herbst eine Reise wert!!!


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