Sportfreunde Stiller, Hellacopters, Boysetsfire, Justin Sullivan, Readymade, Union Youth, Kaizers Orchestra, u. a.28.06.2003 (Rheinaue, Bonn)Gestern machte ich mich mit meiner Freundin und einer Freundin von ihr auf den Weg nach Bonn. Dort gab's das Rheinkultur Festival, Motto "Umsonst und draußen." Das Wetter war jedenfalls ziemlich gut, recht sonnig und ziemlich warm, also genau das richtige für ein Festival. Umsonst stimmte in unserem Fall nicht ganz, wir haben uns für 8,- € Soli-Tickets gekauft. Damit konnten wir im ganzen VRS rumtuckern und bekamen sogar ein Rheinkultur Shirt und ein paar kleine Goodies umsonst. Die Hinfahrt hat gut geklappt, problematisch wurde es in Bonn selbst. Scheinbar hatten alle im Internet die gleiche Fahrtroute nachgeschlagen, dort wurde eine einzelne U-Bahnlinie empfohlen, die mit den Menschenmassen hoffnungslos überfordert war. Es war noch nicht mal möglich den U-Bahnhof zu betreten, die Leute quollen aus dem Schacht bis auf die Straße. Zum Glück haben wir ein paar Leute gefunden, die den Fußweg Richtung Rheinaue kannten. Ganz so weit mussten wir am Ende aber nicht laufen, ab der Bonner Uni haben wir eine alternative U-Bahn gekriegt, die Rund 10 Minuten Fußweg von der Rheinaue entfernt hielt. Da das Chaos am Abend ähnlich war, haben wir den gleichen Rückweg genutzt. Die Bahnen von der Rheinaue waren zum Brechen voll, in unserer Alternativlinie hatten wir alle einen Sitzplatz... *ätsch* Am Bahnhof wurde es aber wieder voller, trotz einiger Sonderzüge Richtung Köln wurde es recht eng.
Das Festivalgelände war sehr schön und sehr weitläufig, das war auch gut so, gegen Abend hielten sich rund 160.000 (in Worten:
hundertsechzigtausend!!!) Leute dort auf. Es gab zwei Hauptbühnen, eine Hiphopbühne, eine kleine Bühne und eine
"Sportecke" mit Halfpipes. Das ganze Gelände wurde von Fressbuden umrahmt, Getränkestände waren dagegen leider
eher selten und entsprechend stark umlagert. Sehr ärgerlich bei dem heißen Wetter, zumal man keine Getränke (auch
keine Tetrapacks oder Plastikflaschen) mit rein nehmen durfte. Lustig anzusehen war der Bungeespringerkran, aus
der Perspektive vor einer der Hauptbühnen sah es immer ein wenig so aus, als würden die Leute fast auf der Bühnenkante
auftitschen.
Die erste Band, die wir aus der Ferne beim erkunden des Geländes wahrgenommen haben war Kaizers Orchestra. Klangen eigentlich ganz nett, die Sportfreunde meinten später, sie wären die Entdeckung des Tages, was ich weder bestätigen noch abstreiten kann, dafür hab ich ihnen einfach nicht bewusst genug zugehört. Während wir uns auf der Wiese von den Strapazen der Anreise erholt haben, spielten Union Youth eine recht gute Art von aggressivem Alternative Rock. Klang ein wenig wie Nirvana und hat durchaus Spaß gemacht. Erste Band, die wir uns aus der Nähe angesehen haben war Readymade. Ich wusste gar nicht mehr so genau, woher ich die kannte. Einziges Lied das mir geläufig war, war Supernatural, der Rest war teilweise noch etwas rockiger, hat Spaß gemacht, aber so wirklich mitgerissen hat es mich nicht. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir auf Nahrungssuche und hörten von Fern (und später von etwas näher) dem Konzert von Justin Sullivan zu. Der Name sagte mit gar nichts, aber las der Mann anfing 51st State zu singen war mit klar, woher ich ihn kenne. Er hat ein schönes Unplugged Konzert hingelegt, meist allein mit seiner Gitarre, gelegentlich von einem Kumpel mit einer zweiten Klampfe unterstützt. Mit hat's gefallen, schöne Mischung aus NMA, Solostücken und Coverversionen (Keep On Rocking In A Free World). Von Boysetsfire haben wir zwischendurch ein paar Takte gehört, netter Heavyrock, irgendwo in der Nachbarschaft von Motörhead und Lordi. Hellacopters, die wohl in die gleiche Kerbe schlagen sollen, haben wir leider nicht mehr gesehen, wir haben stattdessen lieber versucht den vorletzten Zug zu bekommen, bei den Menschenmassen, wollten wir den letzten lieber nicht riskieren.
Zwischendurch haben aber noch die Sportfreunde Stiller aufgespielt, wegen denen wir eigentlich da waren. Sehr geiles Konzert,
super Stimmung im Publikum. Alle sind gehüpft, haben geklatscht und mitgesungen. Ich selbst kannte zwar nur ein
paar Lieder, aber hab mich sehr gut amüsiert. Für einen kleinen Lachanfall sorgte der Text des ersten Liedes: "Für
dich würd' ich im Garten deiner Eltern mit dir Zelten..." kam uns seeehr bekannt vor, die Situation.
War ein sehr schöner Tag und ein durchaus gelungenes Festival. An der Verkehrsanbindung und der Flüssigkeitsversorgung sollten
die Veranstalter noch etwas arbeiten, dafür waren wir aber sehr beeindruckt davon, dass fast alle Bands auf die
Minute pünktlich angefangen haben. Das schaffen die wenigsten.
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