Fury in the Slaughterhouse

Support: Schulz und eine spontane All-Star Band

15.04.2008 (Palladium, Köln)

Eigentlich kenne ich Fury in the Slaughterhouse schon seit der Pure Live CD, das muss irgendwann in den frühen 90ern gewesen sein. Live hab ich sie leider bisher nur einmal erlebt, damals, beim Festival am Fühlinger See, bei dem sie Opener und Headliner zugleich waren, also tatsächlich zweimal auf der Bühne standen. Danach hat es zeitlich leider nie geklappt. Als ich aber erfahren habe, dass sie sich auflösen wollen, musste ich mir unbedingt eine Eintrittskarte besorgen. Letzte Chance und dann auch noch eine Greatest Hits Tour? Da bin ich dabei!

Die Fahrt zum Palladium war mal wieder abenteuerlich, allein für die ersten 2 Ampeln hab ich schon fast 20 Minuten gebraucht, zum Glück löste sich der Stau danach halbwegs auf und ich war doch noch recht pünktlich um 18:45 Uhr da. Der Parkplatz war noch erstaunlich leer. Aber ich habe erfreut festgestellt, dass der Seitenstreifen zu „richtigen“ Parkbuchten ausgebaut wurde in letzter Zeit, damit passen wenigstens ein paar Autos mehr in die Nähe der Halle. :) Obwohl sehr wenig Autos da waren, war die Schlange vor der Halle schon sehr lang, länger als beim Runrig Konzert. Aber von eben jenem Konzert wusste ich ja schon, dass sich die Menge in der Halle recht gut verläuft, also kein Grund zur Panik. ;)

Der Einlass begann tatsächlich 5 Minuten zu früh, das ist mir auch noch nicht passiert, war mir aber sehr recht. Für April war es doch noch ein bisschen kühl draußen. ;) Ich gönnte mir noch ein Würstchen im Brötchen und betrat damit dann den Konzertsaal. Dort konnte ich mich problemlos bis ungefähr in die fünfte Reihe vor dem Steg schlängeln. Ja, richtig, es gab einen Steg, der von der Bühne ein Stück weit ins Publikum ragte. Und ich stand schön mittig davor und hatte beste Sicht auf die Bühne.

Auf der Eintrittskarte stand sehr schön „Beginn: Pünktlich“ und sie haben sich tatsächlich daran gehalten. :D Um 20 Uhr betrat einer der Fury, wenn ich mich recht erinnere, war es Thorsten, die Bühne und erklärte uns die Lage. Dass Kai sich das Knie zerdeppert hatte, konnte man ja schon auf der Homepage lesen. Zum Glück hat er aber einen fähigen Kölner Arzt gefunden, der das Bein wieder so zusammengeschraubt hat, dass er auftreten konnte. Er konnte sogar im „Dean Martin Gang“ über die Bühne wandern und wenn er wollte auch schneller gehen. Springen ging nicht, aber wir waren alle froh, dass er noch singen konnte. ;) Der zweite Krankheitsfall betraf die Vorband, hier mußte sich der Sänger gleich an beiden Augen operieren lassen. Und auch wenn Thorsten rumalberte, dass Stevie Wonder schon immer so auftritt, konnte die Vorband unter diesen Umständen natürlich nicht spielen. Als Ersatz haben sie eine kleine All-Star Band gebastelt, bestehend aus Teilen von Fury und Teilen der Vorband mit Schulz an der Akustikgitarre und am Gesang. Der Man spielt Deutschrock, irgendwo zwischen Liedermacher und Alternative. Hat sehr gut zu Fury gepasst und mir persönlich sehr gut gefallen.


Schulz

Eröffnet hat er mit „Ich“ und danach folgten sowohl rockige als auch ruhige Nummern zu den verschiedensten Themen, natürlich auch ein paar Beziehungssongs. Das letzte Lied war „Supermann“, dass er seinem 4-jährigen Sohn Elvis gewidmet hat. Das Publikum durfte dann auch einmal laut „Elivs!“ rufen, ich hoffe der kleine freut sich, wenn er das sieht. :D

Schulz

A propos sehen, im Palladium waren einige Kameras verstreut, denn das Konzert wurde für die kommende Live DVD aufgezeichnet. Im Laufe des Abends rauschte der Kamerakran ein paar Mal bedrohlich nah über meinen Kopf hinweg. ;) Nach einer halben Stunde war dann leider schon wieder Schluss mit der improvisierten Vorband und nach einer kurzen Umbaupause, unterlegt von Hayseed Dixe, wurde es ernst.


Fury in the Slaughterhouse

Als Konzertintro flimmerten ein paar „historische“ Filmdokumente von Fury über den Vorhang und es erklang das etwas melancholische „It's A Long Way To The Top If You Wanna Rock'n'Roll“. Danach ging es mit „Cut Myself Into Pieces“ und „Hang The DJ“ auch gleich in die Vollen. :) Den treuen Fans wurde „Hello And Goodbye“ gewidmet und mit „Radio Orchid“ gab es den ersten großen Gänsehautmomente des Abends. Kai wanderte bei dem Lied über seine Showtreppe hinunter direkt ins Publikum, lief ein paar Meter rechts an mir vorbei und verschwand singend irgendwo in der Menge. :D Rechtzeitig zum nächsten Lied war er aber wieder auf der Bühne. ;) Dieses Lied war dann auch mein Ohrwurm des Tages, der mich eigentlich schon seit dem Frühstück verfolgte.: „Jericho“


Fury in the Slaughterhouse

Es folgten „Then She Said“, „Dancing In The Sunshine Of The Dark“ und „Should Have Known Better“. Danach wanderte die komplette Band hinunter ins Publikum. Und blieb fast direkt neben mir stehen, weil sie nah bei dem Kamerakran bleiben wollten. Das Publikum setzte sich hin, damit alle ein bisschen was sehen konnten und die Band spielte „One Good Reason“ und „Bring Me Home“ mitten im Publikum. Ich kenne sonst keine Band die das macht. :) Schon ein cooles Gefühl, wenn sich Musiker und Zuschauer so auf einer Ebene befinden und wirklich zusammen Spaß haben. ;) Während wir weiter „Bring Me Home“ sangen ging die Band zurück zur Bühne.

Fury in the Slaughterhouse

Mit leicht manischem Blick leitete Gero am Akkordeon „On Alarm“ ein. Schöne Rocknummer. :) Danach kam „Are You Real“ und mit „Every Generation Got Its Own Disease“ Kais persönliches Lieblingslied, weil es wohl immer irgendwie aktuell sein wird. Außerdem war es mein zweiter großer Gänsehautmoment des Abends. ;) Zu „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ gab es die nette Anektdote von der damals gepressten Single, auf der sich nicht Fury befand, sondern die größten Hits von Boney M. :D Die Jungs träumen immer noch davon, dass dafür auf irgendwelchen Boney M CDs nur „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ zu hören ist. :P


Fury in the Slaughterhouse

„Haunted Head And Heart“ haben sie für Pünktchen gespielt und danach folgte die Kuschelballade „Cry It Out“. :D Bei „Milk And Honey“ und „When I'm Dead And Gone“ war dann wieder richtig Partystimmung angesagt. Aber das Winken bei letzterem ging doch ziemlich auf die Arme. Ich werd wohl doch alt. :P Mit „Time To Wonder“ endete der Hauptteil des Konzerts mit einem weiteren Gänsehautmoment.


Fury in the Slaughterhouse

In der kleinen Pause vor der Zugabe dachte ich darüber nach, welche Lieder mir denn noch fehlten und kam dabei auf „Kick It Out“, was auch das erste Lied der Zugabe war. :D Mit „Riding On A Dead Horse“ folgte ein Song, der schon vorher vehement vom Publikum gefordert wurde. „Won't Forget These Days“ schloss die erste Zugabe ab. Dieses Lied hatte ich eigentlich ganz am Ende erwartet, trifft es doch ziemlich gut die Stimmung dieses Abends... Als besonderer Gaststar kam zu diesem Lied noch Wolfgang Niedecken auf die Bühne und hat ein wenig mitmusiziert.


Fury in the Slaughterhouse

Als zweite Zugabe wurde uns noch „Come On“ geboten und ein wunderschönes „Down There“ mit Sternenhimmel auf der Bühne und dutzenden von leuchtenden Handy- und Digicamdisplays im Publikum. :) Sehr romantisch. Danach schloss sich auch leider schon der Vorhang. :( Trotzdem kamen die Jungs noch ein letztes Mal auf die Bühne und gaben uns mit „Seconds To Fall“ noch einen akustischen Rausschmeisser. Wow, was für ein Konzert! :)


Fury in the Slaughterhouse

Die Band war wirklich sehr gut drauf, trotz des kaputten Knies. Das Publikum hat richtig gut gefeiert und getanzt, die ganze Stimmung war wirklich sehr schön. Auch sehr gelungen war die Bühnenshow, die Beleuchtung war sehr stimmungsvoll und gelungen.

Auf dem Weg auf der Halle hab ich mir dann noch ein „Radio Orchid“ T-Shirt gegönnt. Außerdem hab ich mir meinen USB Stick abgeholt, den ich schon vor dem Konzert reserviert hatte. Das war wirklich neu, man konnte sofort nach dem Konzert, das komplette Konzert in mp3 Form kaufen. Allerdings fehlten auf dem Stick noch die Zugaben, die konnte man einen Tag später mit einem Code aus dem Internet laden. Aber das ist wirklich mal etwas besonderes, das gerade eben gehörte Konzert zu Hause direkt noch einmal hören zu können. :) Und bald gibt es ja auch noch die DVD. ;)

Fury in the Slaughterhouse

Wirklich sehr schade, dass sich diese großartige Band bald auflösen wird. Live sind die Furys wirklich ein Erlebnis.

Vielen Dank, für dieses würdiges Abschlusskonzert.

Won't forget these days!

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