Subway to Sally

Support: Coppelius

03.11.2007 (Köln, E-Werk)

Im letzten Jahr haben Subway to Sally noch in der relativ kleinen und total überfüllten Live Music Hall gespielt. In diesem Jahr haben sie endlich, endlich eine größere Halle gewählt. Und auch die haben sie problemlos voll bekommen.

Als ich, mit leichter Verspätung, um 19:30 Uhr am E-Werk ankam, war die Warteschlange immer noch sehr lang. Es dauerte rund eine Viertelstunde, bis ich in der Halle drin war. Die war schon gut gefüllt, aber ich habe es immerhin noch geschafft, mich schön mittig zu platzieren, mit recht gutem Blick zur Bühne. Dort war eine große Uhr aufgebaut mit einem antik wirkendem Ziffernblatt. Wie sich herausstellen sollte, die Bühnendekarotion der Vorband Coppelius.

Ziemlich pünktlich gegen 20 Uhr betrat dann der „Diener“ von Coppelius mit einer alten Laterne in der Hand die Bühne und bereitete alles vor. So legte er zum Beispiel noch ein Tüchlein auf den Stuhl des Cellisten. Danach kam der Rest der Band. Alle sehr stilvoll gekleidet in Frack und Zylinder. Der Schlagzeuger trug dazu noch eine kleine, runde Sonnenbrille und erinnerte mich damit ein wenig an Dracula, wie er in Francis Ford Coppolas Film dargestellt wird. Ihm wurde freundlicherweise noch die Jacke abgenommen, damit er beim Musizieren die richtige Bewegungsfreiheit hatte.

Coppelius



Eröffnet haben sie mit einem Instrumentalstück und mir wurde so richtig bewußt, wie ungewöhnlich diese Band ist. Die Kleidung, die Bühnendekoration und das ganze Verhalten war ja schonmal sehr stimmig und passte wunderbar ins 19. Jahrhundert. Aber auch die Instrumente spiegelten diese Zeit wunderbar wieder. Da gab es neben dem Schlagzeug ein Cello, einen Kontrabass und zwei Klarinetten. Sonst nichts. Und damit haben die Herren astreinen Heavy Metal gespielt. Unglaublich.

Der Klang war zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber zusammen mit der Show war es durchaus ein Erlebnis. Später haben sie auch noch gesungen, zum Teil sogar vierstimmig. Dabei wechselten sie zwischen englisch und deutsch hin und her. Das war meistens okay, bei „Time-Zeit“ hat es mich etwas gestört, denn neben dem sehr schönen deutschen Refrain verblassten die englischen Strophen doch sehr. „Urinstinkt“ war originell und bei „Operation“ wurde es richtig brachial. Mit „Murders in the Rue Morgue“ hatten sie sogar noch ein Lied der eisernen Jungfrau mit im Gepäck. Die restlichen Liedtitel kann ich leider nicht mehr wiedergeben.

Coppelius



Alles in allem eine sehenswerte Band, deren Mitglieder auch bei den Ansagen immer ihren Rollen treu blieben, das Publikum schön mit „Meine Damen und Herren“ anredeten und uns am Ende darüber informierten, dass es selbstverständlich nicht „Zugabe“ heißt, sondern „Da Capo!“ ;)

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann los mit Subway to Sally. Die betraten zum Klang eines kleinen Intros die Bühne und eröffneten ihre Show dann mit wunderbarem Harmoniegesang in Form von „Canticum Satanae“ direkt gefolgt vom „Hohelied“. Ein sehr schöner Einstieg in das Konzert. :)

Im Laufe des Abends haben sie sehr viel von der neuen CD gespielt, aber die Lieder wurden abgefeiert, als seien es bereits alte Klassiker. Ich fand die CD beim ersten Durchgang ja „nur“ gut, aber je öfter ich die Lieder höre, desto besser gefallen sie mir. Und auch live habe ich wieder das eine oder andere Schätzchen für mich entdeckt.

Subway to Sally



Gespielt haben sie an diesem Abend „Meine Seele brennt“, „Puppenspieler“, „Auf Kiel“, „Die Trommel“, „Unentdecktes Land“, „Tanz auf dem Vulkan“, „Henkersbraut“, „Ohne Liebe“, „Der Sturm“ und „Sag dem Teufel“. Bei „Kleid aus Rosen“ war es richtig ungewohnt, mal nicht die Unplugged Version zu hören und bei „Veitstanz“ bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob es nicht schon Teil der Zugabe war.

Zu „Wehe Stunde“ bracht der Diener von Coppelius einen der schönen Stühle von der „Nackt“ Tour auf die Bühne, auf dem sich Ingo niederlassen durfte. Bei „Feurland“ schossen mächtige Feuerbälle in die Höhe, bei „Eisblumen“ waren es blau leuchtende Säulen kalter Luft. Die Band hat wirklich eine sehr geile Show auf die Bühne gebracht.

Subway to Sally



Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, dass mit „Falscher Heiland“ auch wieder ein Lied von der am meisten unterschätzten CD von Subway to Sally dabei war. Außerdem erfuhren wir, dass „Bastard“ sogar in die deutschen Albumcharts eingestiegen ist. Natürlich auf Platz „Sieben“! :D

Als erste Zugabe wurde uns mal wieder „Das Rätsel II“ gestellt. Und wie sagte Bodenski so schön: „Wenn wir damals gewußt hätten, was wir mit diesem Lied anrichten würden... wir würden alles wieder ganz genauso machen!“ :D Gemeint war natürlich „Julia und die Räuber“. ;)

Subway to Sally



Als zweite Zugabe gab es noch „Fatum“, quasi das Titelstück der aktuellen CD, und zum Abschluss mal wieder das „Seemannslied“. Hach, herrlich! :)

Alles in allem wieder ein sehr schöner Abend. Eine interessante Vorband, eine sehr gute Setlist bei Subway to Sally und eine sehr bombastische Show. Zwar irgendwie ganz anders, als das kleine Clubkonzert von Schelmish am Abend zuvor, aber auf seine Art mindestens genauso schön. :)

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