Herbert Grönemeyer Unplugged

17.09.2007 (Düsseldorf, Philipshalle)

Uiuiui, war das ein Chaos. Die Karten für dieses Unplugged Konzert haben wir kurzfristig im Internet ersteigern können. Genau genommen, eine Woche vor dem Konzert. Abgeschickt wurden sie am Mittwoch und erst am Samstag kam der Umschlag mit den Karten bei uns an. Leider mit Karten für das Konzert in Magdeburg, nicht in Düsseldorf. :(

An dieser Stelle hatte ich das Konzert bereits abgeschrieben. Und „mal eben“ nach Magdeburg fahren ging auch nicht so einfach, das Konzert war bereits am Samstag Abend und ich war schon verplant (und es wäre mir auch zu teuer gewesen). Meine Begleiterin hat sich buchstäblich in letzter Minute mit ihrem Vater zusammen auf den Weg gemacht und hat das Konzert auch fast komplett gesehen.

Die richtigen Karten für Düsseldorf haben wir dann noch einmal angefordert und es hat tatsächlich geklappt, die Karten waren am Montag morgen im Briefkasten. (Persönlich eingeworfen!) Jetzt konnten wir Montag Abend doch noch in aller Ruhe nach Düsseldorf fahren. :)

Ich war relativ früh da und konnte fast direkt vor dem Eingang der Halle parken. Meine Begleiterin erschien etwas später mit der S-Bahn. Wir gönnten uns noch ein kleines Picknick am Auto und betraten dann die Halle. Wir hatten noch fast eine Stunde Zeit bis zum Beginn des Konzerts, aber wir machten uns trotzdem schon einmal auf die Suche nach unserem Sitzplatz. Es war schon etwas ungewohnt, den kompletten Innenraum der Philipshalle bestuhlt zu sehen.

Wir saßen ungefähr in der 14. Reihe und waren damit noch halbwegs nah an der Bühne dran. Jedenfalls hatten wir eine recht gute Sicht. Zum Glück haben die Überfans, die erst noch vor uns saßen mit uns die Plätze getauscht um bei ihren Freunden zu sitzen. Ich weiß nicht, ob ich die ein ganzes Konzert lang ertragen hätte. Ich find's ja schön, wenn sich Leute begeistern können, tu ich ja selber auch, aber wenn die Überfans bei jedem Lied fast auf den Stühlen tanzen, auch bei den ruhigen und auf jeden mit Verachtung hinabsehen, der das nicht tut, dann finde ich das schon ziemlich übertrieben. Sie waren ja auch ziemlich enttäuscht, weil sie keine Plätze in der ersten Reihe bekommen haben und weil auch keiner mit ihnen tauschen wollte. Mein Beileid. :P

Kurz nach acht wurde es endlich dunkel in der Halle und die Band betrat die Bühne. Eröffnet haben sie mit „Live Again“, das ich vorher noch nicht kannte. Danach folgte aber der klassische Opener der aktuellen Tour: „Leb in meiner Welt“.


Herbert

Die Bühne war eher schlicht gestaltet und wirkte mit den vielen Musikern schon fast ein wenig überfüllt. Ganz hinten saßen ein wenig erhöht die Streicher, rechts befanden sich Keyboard, Akkordeon und Bass, links Gitarre, Percussion und Schlagzeug. In der Mitte stand Herbert's Klavier. Zwischendrin waren viele kleine Vierecke auf langen Stäben zu sehen, scheinbar kleine Flachbildschirme, die stimmungsvolle Farben oder Bilder zeigten. War aus der Entfernung nur schwer zu erkennen. Hatte ein bisschen was von Zoo TV, aber irgendwie sanfter. Überhaupt wurde sehr viel mit Lichtstimmungen gespielt. Bei den ersten Liedern hing im Hintergrund auch noch der „ZWLF“ Schriftzug, der verschwand aber im Laufe des Abends.


Herbert

Herbert war sehr gut drauf, hat zwischen den Liedern viel erzählt und rumgealbert. Direkt zu Anfang machte er uns auf den sportlichen Aspekt des Konzerts aufmerksam. Das ständige Aufstehen und Hinsetzen zwischen den schnellen und langsam Liedern sei sehr gut für die Gesäßmuskulatur. Und das Klatschen über dem Kopf würde den Schmetterlingsmuskel trainieren. Gut zu wissen. ;)

Gespielt hat er „Kopf Hoch, tanzen“, „Stück vom Himmel“, „Alkohol“, „Marlene“, „Spur“, „Der Weg“, „Bleibt alles anders“, „Zum Meer“, „Ich will mehr“ und „Demo (Letzter Tag)“. Bei „Halt mich“ hatte ich diesmal eine richtige Gänsehaut. Und „Männer“ hat er auf spanisch angesagt und auch ein Stück auf spanisch gesungen.

Zu „Liebe liegt nicht“ hat er uns empfohlen doch die Gelegenheit zu nutzen und einen neuen Partner zu suchen. Man kommt ja so selten raus und schließlich steht auch bald Weihnachten vor der Tür. :D


Herbert

In der Pause vor der ersten Zugabe hat das Publikum lauthals „Oh, wie ist das schön“ gesungen. Schließlich kam Er wieder auf die Bühne und hat sogar mitgesungen und ein wenig auf seinem Klavier dazu improvisiert. Sehr geil! Es folgten „Land unter“ und „Flugzeuge im Bauch“.

Bei der zweiten Zugabe musste das Publikum auch wieder mitsingen und wurde für „Zeit, dass sich was dreht“ erstmal wieder in zwei Gesangshälften zerlegt. Aber das Publikum hat überhaupt sehr gut und laut mitgesungen und auch in den Gängen getanzt. Und vor allem mitgeklatscht. Teilweise war das Publikum an diesem Abend fast lauter als die Band. Gerade bei den schnelleren Liedern hat man schon ein bisschen gemerkt, dass die akustischen Instrumente nicht ganz so druckvoll sind, wie die elektrischen. Andererseits war das aber auch sehr schön. Es hat den Abend ein wenig anders und sehr angenehm gemacht. Außerdem trat der Sänger ein wenig mehr in den Vordergrund und wurde von den Musikern sanft untermalt.


Herbert

Die zweite Zugabe war etwas länger als die erste, es folgten noch „Stand der Dinge“, „Dort und hier“, „Ich dreh mich um dich“ und „Mensch“.

Bei der dritten Zugabe hat er sich einem Publikumswunsch gebeugt und „Ich hab dich lieb“ gespielt. Sehr schön, ich mag dieses Lied. :) Danach kam noch „Bloß geliebt“ und als Raussschmeißer natürlich „Zur Nacht“. Sehr, sehr schön.

Einige Leute sind schon zwischen den Zugaben verschwunden. Warum? Das weiß keiner so genau. So richtig zu Ende war es nämlich erst um kurz vor 23 Uhr. Die Abreise gestaltete sich wieder etwas chaotisch, die Haupteinfahrt zum Parkplatz hat leider eine Ampel, daher ging es nur sehr langsam und stoßweise voran. Und die Fahrt durch einen Wolkenbruch mitten in der Nacht war auch ein wenig anstrengend. Aber was soll's, für dieses Konzert hat es sich gelohnt!

Herbert

zurück