Zwischenwelten 5

Merlon's Lichter, Korpiklaani, Letzte Instanz, ASP, Tiamat

08.09.2006 (Festung Ehrenbreitstein, Koblenz)

Ehrenbreitstein Tja, das war sie also, meine Rückkehr zur Festung Ehrenbreitstein. Diesmal nicht als Tourist, sondern als Festivalbesucher. Die Anfahrt gestaltete sich äußerst unproblematisch. Keine Staus, kein Verfahren, kein Stress. Und obwohl vorher davor gewarnt wurde, dass die Parkplätze sehr begrenzt seien, war auf der Wiese vor der Festung noch ausreichend Platz und die freundlichen Ordner wollten noch nicht einmal Geld von uns haben. Sehr schön. :)

Als Festivalgelände war ein Seitenarm der Festung hergerichtet worden. Nachdem wir die Sercurities passiert hatten, gelangten wir zunächst in eine kleine Zeltstadt, die zwischen den mächtigen Mauern der Festung aufgebaut war. Neben den vielen Händlern, die den üblichen Schmuck, Kleidung, Wandbehänge und ähnliches anboten gab es natürlich auch einige Fressbuden und eine größere, mit Teppichen und Wasserpfeifen ausgelegte Fläche.

Die Bühne befand sich am anderen Ende des Geländes und füllte fast die komplette Breite zwischen Außenmauer und innerer Mauer aus. Dadurch lag die Bühne schon am Nachmittag größtenteils im Schatten der Mauer, was den Lichttechnikern zugute kam.

Die Fläche zwischen den Mauern ist in der Festung größtenteils grasbewachsen, was bei trockenem Wetter sehr angenehm und fußschonend ist. Schmetterling Mit dem Wetter hatten wir übrigens großes Glück, es war recht warm und am Himmel war kein Wölkchen zu sehen.

Erste Band des Tages waren Merlon's Lichter. Die habe ich vor vielen Jahren einmal als Vorband von Subway to Sally gesehen. Irgendwie hatte ich die Musik als sehr ruhig, durchaus angenehm, aber auch ein wenig langweilig in Erinnerung. Nun, diesmal haben sie wesentlich mehr aufgedreht. Das ganze war eine gelungene Mischung aus Drehleier, Tröten und E-Gitarren. Irgendwie kam die Musik recht mystisch, spirituell und doch sehr druckvoll daher. Besser kann ich es grad nicht beschreiben. Mir hat's ganz gut gefallen und es hat auf jeden Fall zu den anderen Bands gepasst und war eine schöne Eröffnung für das Festival.

Als zweites betraten ein paar gute, alte Bekannte aus Finnland die Bühne. Korpiklaani sorgten mit bewährtem Humpa-Folk-Metal für ordentlich Partystimmung. Es wurde wieder gehüpft, geklatscht und gefeiert. Hach, irgendwie krieg ich bei den Jungs immer gute Laune. :) Bei den Liedern tue ich mich mal wieder recht schwer, vor allem bei den finnischen Liedern kann ich mir die Titel einfach nicht merken. Auf jeden Fall gespielt haben sie aber „Wooden Pints“, „Hunting Song“, „Beer Beer“, „Happy Little Boozer“ und „Korpiklaani“. Die einzelnen Bandmitglieder wanderten auch später noch über das Festivalgelände, der Gitarrist saß einige Zeit sogar neben mir und mir ist es erst garnicht aufgefallen. Aber das mit dem Laufen wurde im Laufe des Abends scheinbar immer schwieriger. „Beer Beer“ eben. :D

Schmetterling Als nächstes war die Letzte Instanz dran. Leider fehlte einer der beiden Hollys und lag mit Fieber im Bett. Dadurch fehlte die zweite Gesangsstimme aber die Band hat trotzdem ein grandioses Konzert abgeliefert. Die Stimmung war klasse und der Sänger hat wieder sein ganzes Charisma in seine Stimme gelegt. Dadurch hatten Lieder wie „Kopfkino“ und „Jeden Morgen“ wieder einen ordentlichen Gänsehautfaktor. Eröffnet haben sie aber mit „Unerreicht“ und „Sonne“. Überhaupt gab's recht viel von der neuen CD zu hören, aber auch ein paar Klassiker waren dabei. Im Enzelnen: „Ohne Dich“, „Tanz“, „Kalter Glanz“ und „Das schönste Lied der Welt“. Außerdem gab's als Zugabe noch „Das Stimmlein“ und nachdem das Publikum laut eine ganze Weile lang „Rapunzel“ gerufen hatte, lies sich die Band überreden auch dieses Lied zu spielen, inklusive einer kleinen Jazzeinlage. Ich hatte wirklich das Gefühl, sie wollten ursprünglich etwas anderes spielen. Was es war, werden wir wohl nie erfahren, denn eine weitere Zugabe wurde ihnen aus Zeitgründen leider verwehrt.

Der Tag schritt voran, die Sonne versank langsam, es wurde kühl und wir holten unsere Mäntel aus dem Auto. In diesem Zwielicht betraten ASP die Bühne und eröffneten direkt mit ihrer neuen Single “Ich bin ein wahrer Satan“. Zwischen dem Sänger und dem Schlagzeug hatten sie eine große Feuerwand aufgebaut, die während des ganzen Konzerts immer wieder meterhoch aufloderte. Sehr beeindruckend und stimmungsvoll. Der Sänger glänzte erneut mit seiner sehr ausdrucksstarken Mimik und Gestik. Die Songauswahl hat mir sehr gut gefallen, ich hatte vier Lieder auf meiner persönlichen Wunschliste und sie wurden alle gespielt! Und auch die restlichen Stücke gehören fast ausnahmslos zu meinen Lieblingen. Gespielt wurden: Schmetterling „Besessen“, „Sing child“, „She wore shadows“, „Weltunter“, „Stille der Nacht“, „Demon Love“, „Lykanthropie (Es tobt ein Krieg in mir)“, „Tiefenrausch“, „Schwarzes Blut“, „Und wir tanzen (ungeschickte Liebesbriefe)“ und „Werben“. Zum Abschluss gab es natürlich „Ich will brennen“. Neben der Feuerwand schossen auch noch drei mächtige Feuersäulen am vorderen Bühnenrand in die Höhe und zum Finale gab es sogar noch ein kleines Feuerwerk. Wow! Geil! Super! Einfach nicht zu toppen, so muss ein ASP Konzert aussehen! :)

In der letzten Umbaupause stürzten wir uns dann doch noch auf die Fressbuden, nach dem vielen Hüpfen, Headbangen und auch einfach nur Herumstehen meldeten sich doch so langsam unsere Mägen. Gebratene Champignons waren leider schon aus und so entschieden wir uns für Flammkuchen. Die waren mit 4,- Euro recht bezahlbar und ziemlich lecker. Überhaupt waren die Preise sehr moderat, eine 0,2er Cola gab's schon für einen Euro.

Die letzet Band, Tiamat, kannte ich überhaupt nicht. Ich hatte vorher einmal kurz im Internet in ein paar Liedschnippsel hereingehört und dort machten sie einen recht harten Eindruck mit grunzigem Gesang. Live entpuppten sie sich aber als eine gute, solide Gothicrockmetalband mit klarem Gesang. Schmetterling Mir haben sie gut gefallen, aber nach meinen drei Lieblingen Korpiklaani, Letzte Insanz und ASP konnten sie mich nicht mehr so ganz mitreißen. Da ich sie nicht kannte, kann ich leider auch nicht sagen, welche Lieder sie gespielt haben, einzig „Sleeping Beauty“ kann ich nennen, es wurde als eine der Zugaben gespielt und war das einzige Lied, das meine Begleiterin kannte und auf das sie die ganze Zeit gewartet hat.

Auf dem Weg zum Auto hörten wir noch einige Lieder der Aftershowparty. Bei Subway to Sally, Blackmore's Night, Schandmaul und anderen hätten wir uns sicherlich noch sehr wohl gefühlt. Aber der Weg zurück bis nach Köln war noch weit...

Was soll ich sagen ein perfekter Tag mit perfektem Wetter, klasse Bands und einem gut organisierten Festival. Danke Koblenz, ihr habt da eine echte Konkurrenz zum Castle Rock hinbekommen, mein Kompliment!

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