Burgfolk

Cromdale, 44Leningrad, Elane, Potentia Animi, Faun, Fiddler's Green, Corvus Corax

23.07.2005 (Schloß Broich, Mülheim a. d. Ruhr)

Es ist irgendwie mal wieder Sommer, mehr oder weniger und damit ist es auch mal wieder Zeit für ein gepflegtes Festival auf dem Schloss Broich zu Mülheim an der Ruhr. Na ja, an diesem Samstag war es zwar stark bewölk und nur mittelmäßig warm, aber was solls, bis auf ein oder zwei Tropfen war es zumindest trocken. Die lästige Brückenbaustelle vom letzten Jahr war zum Glück nicht mehr da, so dass ich diesmal den Weg ohne Probleme fand.

Bereits kurz nach 13 Uhr gings los mit Cromdale, die eine schöne Mischung aus Irish Folk und Rock spielten. Hat Laune gemacht und war als Anheizer sehr gut, obwohl grade die Sauflieder zu späteren Stunde wahrscheinlich noch mehr Spaß gemacht hätten. Einziges Lied das ich kannte, war die Geschichte einer Trollfrau, die einen Ritter ehelichen möchte. ;) Sehr nett, aber irgendwie hat die In Extremo Version noch ein bisschen mehr Schwung.

Zweite Band waren 44Leningrad, die überaschenderweise russische Musik zum besten gaben. Liegt es an mir, oder ist der Weg zum Ska von dort nicht mehr weit? Egal, hat auf jeden Fall für Stimmung gesorgt und die eine oder andere Melodie kam mir sogar bekannt vor. Das Tempo war ordentlich, aber an der einen oder anderen Ecke hätten sie ruhig noch ein Schüppchen drauf legen können.

Nach den ersten beiden Bands war der Zeitplan ein wenig ins Rutschen geraten, überraschenderweise fingen Elane aber sogar ein paar Minütchen zu früh an. Die Jungs und das Mädel boten sehr, sehr getragene, düstere Musik dar. Für meinen Geschmack viel zu ruhig und viel zu getragen, stellenweise hatte ich das Gefühl, dass sich sogar die Musiker auf der Bühne gelangweilt haben. Na ja, sie hatten ihre Fans und wir haben uns zu einem Nickerchen auf die Wiese zurück gezogen.

Potentia Animi steckten, nach eigenen Angaben, noch im Samenstau, deswegen sprangen, mit etwas Verzögerung, Faun für sie ein.Die Jungs und Mädels sind techisch wirklich sehr gut (und sehr nett anzusehen dazu). Sie spielen spielen ruhigere mittelalterliche Musik mit Drehleier, Dudelsack, Flöte mehrstimmigem Frauengesang und allem dazu gehört. Leider waren die Liedstrukturen sich oft sehr gleich und vorhersehrbar, wodurch es etwas eintönig wurde. Der Wechsel zwischen Frauengesang, Flötensolo, Frauengesang, Flötensolo, ... wurde leider fast nie variiert.

Potentia Animi betraten im Mönchskostüm die Bühne, drei von ihnen trugen recht unheimliche Gummimasken. Ihre Mönchsegesänge waren sehr gut und stimmungsvoll. Die begleitende Musik war zwar mittelalterlich, jedoch für meinen Geschmack fast etwas zu rockig und dreckig, aber wenigstens mal wieder etwas schneller. Einige Lieder haben mir recht gut gefallen, ihre Zoten und Witze gingen aber meist meilenweit an meinem Komikzentrum vorbei. Egal, es war auf jeden Fall mal was anderes, eine ungewöhliche Band, die man sich durchaus mal ansehen kann.

Für gutes Wetter sorgten schließlich Fiddler's Green. Bei ihrem Irish Folk Rock zogen sich die Wolken zurück und für den Rest des Abends zeigte sich ein strahlend blauer Himmel. Von den gespielten Stücken kannte ich nur 3: “Hip Hurray”, “Queen of Argyl” (von dem ich grade feststelle, dass ich es von Subway to Sally kenne) und die Zugabe “Rocky Road To Dublin”. Leider war der Mix zu Anfang etwas suboptimal, die Geige und das Akkordeon waren fast nicht zu hören, das wurde jedoch besser. Hat viel Spaß gemacht, allerdings hab ich so manchen von den folkigen Klassikern vermisst, die neueren Sachen sind doch manchmal etwas zu rockig und zu wenig folkig. Die eine oder andere Jigtime hat das aber wieder wett gemacht. Und allein dem Sänger zuzusehen, wie er über die Bühne kasperte war schon spaßig.

Letzter Act des Tages waren Corvus Corax. Muss ich zu diesen Spielleuten wirklich noch was sagen? Einfach immer noch genial. Die Stimmung, die Atmosphäre, die mitreißende Gewalt der dargebotenen Musik. Wer sie noch nie gesehen hat, man muss sie einfach mal live erleben. Einfach klasse. Da stört es kaum, das sie eigentlich immer noch auf der Seikilos Tour sind, immer noch die gleichen Lieder spielen und immer noch die gleichen Ansagen machen. Okay, ein paar neue Sachen wären mal nett, aber der Funke springt halt immer noch über, auch wenn ich das ganze jetzt schon zum 4. Mal gesehen habe.

Was bleibt abschließend zu sagen? Das Wetter war okay, die Organisation war wie immer sehr gut, die Location ist klasse die Leute waren wieder gut drauf und wahrscheinlich wird man mich auch im nächsten Jahr wieder dort antreffen.

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